Sie befinden sich hier: Startseite > Fachwissen > Barrierefrei tut allen gut.

Barrierefrei tut allen gut.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie blinde Menschen im Internet surfen? Erfahren Sie mehr darüber wie behinderte Menschen versuchen die weit verbreiteten Hürden im Internet zu bewältigen, die auch Menschen ohne Einschränkungen das Leben schwer machen können.

Blinde Menschen lassen sich eine Webseite durch sogenannte ‚Screenreader“ vorlesen, und bedienen diese durch Sprachsteuerung oder eine ‚Braille-Zeile“. Für Menschen mit einer Sehschwäche muss eine Webseite einen ausreichenden Farbkontrast besitzen, damit sie diese überhaupt wahrnehmen können. Krankheiten, die motorische Störungen verursachen, machen die Bedienung einer Computer-Maus oder einer Tastatur unmöglich. Diese Besucher haben besondere Anforderungen an eine Webseite, um diese bedienen zu können. Doch viele Webseiten sind nicht nur für Menschen mit Behinderungen überhaupt nicht oder lediglich eingeschränkt nutzbar.

Einschränkungen entstehen oft an Stellen, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Zum Beispiel wird für eine Flash-Webseite ein Flash Plugin benötigt, das heruntergeladen und installiert werden muss. Unterschiedliche Monitore und Bildschirmauflösungen können zu Design-Fehlern führen, eine Webseite aber auch unlesbar oder schlecht bis gar nicht bedienbar machen. Die Verwendung von Javascript für funktionsrelevante Elemente einer Webseite kann bei Browsern, die Javascript nicht oder nicht in vollem Umfang unterstützen, zum Ausschluss führen. Es gibt viele solcher Beispiele.

Barrierefreies Webdesign bietet Vorteile für alle User. Die Benutzerfreundlichkeit wird für alle Besucher gefördert, nur der Stellenwert ist unterschiedlich. Deshalb setzt die PEAK Agentur für Kommunikation GmbH in Tübingen auf die BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung). Sie enthält Empfehlungen und Vorschriften, um die Darstellung und Bedienbarkeit von Webseiten so einfach und komfortabel wie möglich zu machen.

Daten & Fakten - Wussten Sie ...

  • dass Internetseiten, die nach den W3C-Zugänglichkeitsrichtlinien gestaltet werden, für Menschen ohne Behinderungen drei bis sechs Mal leichter zu bedienen sind (Quelle: Nielsen Norman Group)
  • dass mehr als 6,7 Mill. schwerbehinderte Menschen in Deutschland leben (Quelle: Statistisches Bundesamt). In der gesamten EU sind es 38 Millionen Menschen mit verschieden schweren Behinderungen (Quelle: www.wikipedia.org).
  • dass überproportional viele behinderte Menschen über einen Internetzugang verfügen und das Internet sehr intensiv und mit viel Bedacht nutzen (Umfrage des BMWI), genauer gesagt nutzen 80 Prozent der Behinderten im Vergleich zu 42 Prozent der Gesamtbevölkerung regelmäßig das Web (Studie der "EKD - Evangelische Kirche in Deutschland")
  • dass laut einer Studie von Microsoft im Jahre 2004
    57% der Berufstätigen von der barrierefreien Informationstechnik profitieren
    9% der einbezogenen Computernutzer starke und 17% der Nutzer leichte Schwierigkeiten beim Sehen haben
    5% der Nutzer große und 19% leichte Schwierigkeiten mit der Feinmotorik haben
    weitere 2% große und 18% leichte Schwierigkeiten beim Hören haben
    16% kognitiven Einschränkungen unterliegen
  • dass die BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung) in Deutschland seit Ende 2005 Pflicht für alle Internetseiten von Bundesbehörden ist.

Zu diesem Thema finden Sie ausführliche Informationen auf den folgenden Webseiten:
http://www.webforall.info
Web for all ist ein Projekt für Barrierefreiheit im Internet und bietet einen guten Einstieg in die Thematik.
http://www.einfachfueralle.de
Eine Initiative der Aktion Mensch für ein barrierefreies Web.
http://www.abi-projekt.de
Das Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) fordert ein Web ohne Barrieren nach Paragraph 11 im Bundesbehindertengleichstellungsgesetz. Gefördert wird dieses Projekt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.